Politik

2019 kam Bürgermeister Konrad Schlier auf mich zu und fragte, ob ich für den Gemeinderat kandidieren möchte. Ich hatte mich schon länger mit dem Gedanken getragen, politisch aktiv zu werden – und suchte bewusst nach einem Weg, der zu meinen Werten passt.

Der Auslöser war klar: meine drei Kinder. In dieser Zeit jagte ein Rekordsommer den nächsten, Fridays for Future prägte die öffentliche Debatte, und weltweit wurde sichtbarer denn je, was Klimakrise bedeutet – da war der Punkt erreicht, an dem Zuschauen nicht mehr gereicht hat.

Ich habe eine politische Heimat gesucht, in der die Bewahrung der Schöpfung, christliche Werte und das soziale Miteinander wirklich im Mittelpunkt stehen – nicht nur in Sonntagsreden und auf Plakaten.

Fündig geworden bin ich bei BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, weil hier ökologisches Verantwortungsbewusstsein, soziale Gerechtigkeit und ein respektvoller Umgang miteinander zusammengehören.

Mir war klar: Wenn sich etwas verändern soll, dann braucht es Menschen, die Verantwortung übernehmen – und auf kommunaler Ebene kann man Veränderungen direkt und spürbar umsetzen.


Gemeinsam mit meiner Frau und Freundinnen und Freunden habe ich kurz vor Weihnachten 2019 den Grünen Ortsverband für Bergtheim, Dipbach und Opferbaum gegründet. Aus einer Idee wurde schnell eine wachsende Gruppe, die sich regelmäßig austauscht, zuhört und Themen aus der Bürgerschaft aufnimmt.

Uns war von Anfang an wichtig: Wir sind kein Zusammenschluss nur für die Wahl, sondern dauerhaft ansprechbar und aktiv im Ort. Corona hat uns zu Beginn zwar ausgebremst, aber wir haben uns regelmäßig online getroffen, um Aktuelles aus dem Gemeinderat und der Gemeinde zu besprechen. Bis heute treffen wir uns alle 5–6 Wochen, offen auch für Interessierte, nicht nur für Mitglieder.


Politik zeigt sich nicht nur in Anträgen und Abstimmungen, sondern auch darin, ob vor Ort Dinge entstehen, die den Alltag besser machen. Genau deshalb hat unser Ortsverband in den letzten Jahren konkrete Projekte umgesetzt.

„Triff die Grünen“ als unkompliziertes Kennenlernen ohne Hürden.

Bücherschrank als niedrigschwelliger Ort zum Teilen und Begegnen.

Grüngestaltung am Bücherschrank, damit aus einer Idee ein schöner Platz im Ort wird.

Organisation der Müllsammelaktion „Putz.Munter“ in Bergtheim und Dipbach.

Veranstaltung zu Balkonkraftwerken, damit Klimaschutz praktisch und bezahlbar wird.

Offene Grüne Runden als Gesprächsformat, bei dem Bürgerinnen und Bürger ihre Themen einbringen können.


Seit Mai 2020 bin ich Gemeinderat in Bergtheim. Die ersten Monate waren von Corona geprägt: wenig persönlicher Austausch, Sitzungen in der Willi-Sauer-Halle, und das Kennenlernen der Kolleginnen und Kollegen hat sich verzögert.

Trotzdem war für uns als grünes Team von Anfang an klar, dass wir nicht nur abnicken, sondern konstruktiv mitgestalten wollen. Ich war Mitglied im Rechnungsprüfungsausschuss, bin seit 2021 im Schulverband, vertrete in der Verwaltungsgemeinschaft bei Bedarf meinen Kollegen Rudi Faatz und bin im Finanzprüfungsausschuss des Schulverbands aktiv. Bei der Wahl zum 3. Bürgermeister bin ich in der konstituierenden Sitzung knapp gescheitert, weil kurzfristige Zusagen anderer Fraktionen nicht eingehalten wurden.

Wir haben früh begonnen, eigene Schwerpunkte zu setzen: Die Mitgliedschaft im Landschaftspflegeverband wurde auf unseren Druck hin realisiert, der Umweltbeirat wurde von uns beantragt und 2023 aktiv – dort wurde ich zum Vorsitzenden gewählt. Außerdem haben wir gemeinsam mit anderen Gemeinderatskolleginnen und -kollegen die Gründung eines Spielplatzteams beantragt und erfolgreich im Rat verankert; dieses Team hat in den letzten Jahren sichtbar etwas für die Spielplätze der Gemeinde bewirkt.

Mehrere Anträge haben ihren Ursprung im Umweltbeirat – zum Beispiel:

  • Vorschläge zu zusätzlichen Bäumen und mehr Grün im Bereich Sommerrain.
  • Ideen zur Weiterentwicklung des alten Sportplatzes in Dipbach.
  • Anregungen, wie unbebaute oder wenig genutzte Flächen ökologisch und für die Menschen vor Ort besser genutzt werden können.

Weitere Anträge und Initiativen waren unter anderem:

  • Weiterentwicklung des ehemaligen Minigolfgeländes.
  • Budget für das Jugendheim, z. B. für Tür und Energiegutachten.
  • Antrag auf Fahrradweg Bergtheim–Dipbach.
  • Antrag auf Umbenennung der Nikolaus-Fey-Straße.
  • Antrag auf Internetanschluss für das Gemeindehaus Dipbach.
  • Mehr Grün in Bebauungsplänen.
  • Initiierung eines Waldteams aus dem Gemeinderat.

Wichtig ist mir: Im Gemeinderat arbeite ich überparteilich und suchend nach Lösungen, nicht nach Schlagzeilen. Viele Beschlüsse, gerade im Umweltbereich oder bei Projekten für Kinder und Familien, sind im konstruktiven Miteinander mit Kolleginnen und Kollegen aus anderen Fraktionen entstanden.


Politisches Engagement ist für mich nur ein Teil davon, wie ich mich in Bergtheim, Dipbach und Opferbaum einbringe. Seit Jahren engagiere ich mich ehrenamtlich – etwa in Vereinen, im schulischen Umfeld und in Initiativen vor Ort – und bin so nah an den Themen, die Familien, Kinder, Ehrenamtliche und ältere Menschen bewegen.

Dieses Ehrenamt ist für mich kein „Zusatz“, sondern Grundlage meiner politischen Arbeit: Wer die Sorgen und Ideen aus Vereinen, Schule, Kirche und Nachbarschaft kennt, entscheidet im Gemeinderat anders.


In den vergangenen sechs Jahren habe ich viel gelernt – über Strukturen, Entscheidungswege und darüber, wo es noch Luft nach oben gibt. Zwei Punkte sind mir besonders wichtig: Kommunikation und Bürgerbeteiligung.

Gute Entscheidungen entstehen, wenn früh, verständlich und ehrlich informiert wird, wenn Bürgerinnen und Bürger einbezogen werden und wenn transparent ist, was mit ihren Rückmeldungen passiert. Als Bürgermeister will ich dafür sorgen, dass Beteiligung nicht nur ein Schlagwort bleibt, sondern gelebter Alltag in Bergtheim, Dipbach und Opferbaum wird – nahbar, verlässlich und auf Augenhöhe.

Genau dafür möchte ich als Bürgermeister Verantwortung übernehmen – damit Bergtheim, Dipbach und Opferbaum auch für unsere Kinder ein lebenswerter Ort bleiben.